Dienstag, 7. November 2017

Das Leben ändert sich immer

Viele von uns sind es viele Jahre gewohnt, dass das Leben wie gewohnt läuft. Und dann denkt man, es wird immer so sein.

Jedoch muss ich leider sagen, es wird NICHT immer so sein wie man es gewohnt ist.


Den heutigen Tag nutze ich mal für eine persönliche Geschichte, hier im Magazin. Denn der heutige Tag ist ein Tag, der etwas bestimmtes bedeutet. Ich sage auch warum. Denn es ist kein Geheimniss. Zumal die Leute um mich rum wissen es. Auch wenn sie nicht alle daran denken. Aber das ist ja auch nicht schlimm. Jeder hat ein eigenes Leben.

Heute, am 07.11.2017 ist es 2 Jahre her, dass meine Mutter gestorben ist.




Es kam damals nicht überraschend. Denn sie war krank. Es kam "einfach" so: Sie wollte im Sommer 2014 nachts aufstehen, und ist dann dabei gefallen. Gegen den Schlafzimmerschrank. Arm und Schulter links gebrochen. Operation im Krankenhaus. und bei weiteren Untersuchungen wurde noch ein Tumor gefunden auf der Leber. Dieser Tumor sollte später gewisse Botenstoffe ausschütten, die im Gehirn eine Demenz verursachen sollten.

Ich konnte mir das aber nicht vorstellen und hatte die Ärztin für "bekloppt" erklärt. Denn zu der Zeit war meine Mutter ja noch normal im Kopf.

Jedoch muss ich sagen, die Ärztin hatte Recht. Es kam so wie sie es vorher gesagt hatte. Nur wollte ich das auch erst nicht sehen. Ich hatte die Veränderung später zwar bemerkt. Aber ich habe erst andere Gründe dafür vorgeschoben.

Doch irgendwann musste ich eingestehen, die Ärztin hatte Recht, ich hatte Unrecht.

Jedenfalls kam es so, wie vorher gesagt. Auch wenn ich das letztendlich erst "gesehen" hatte, nachdem ich es "getestet" hatte.

So ungefähr war es auch rund 9 Jahre vorher mit meinem Vater. Bei ihm wurde ein Tumor an der Bauchspeicheldrüse gefunden 2004. OP, paar Wochen Krankenhaus, Reha, nach rund 3 Monaten glaube ich war er wieder zu Hause. Ich weiß es aber nicht genau, wie die Zeitspanne war.

Nach einem Jahr kamen Metastasen auf der anderen Seite des Körpers. Also an Leber und Niere. Noch eine OP ging aber nicht lt. Arzt. Diese würde der Körper dann nicht verkraften. Also blieb dann nur die Chemo. Doch diese war am Ende erfolglos.

Heute bin ich also ohne meine Eltern. Das alleine ist schon ein komisches Gefühl. Denn meine Eltern waren mein Leben lang immer da. Und da muss man sich erst mal dran gewöhnen, wenn es dann nicht mehr so ist.

Warum ich das schreibe? Das Leben ist nicht mehr so, wie es mal war. In keiner Hinsicht. Sicher ändert sich das Leben immer wieder mal. Dinge sind nicht mehr so, wie sie mal waren. Situationen sind nicht mehr so, wie sie mal waren. Bei mir war es nun schon "heftig". Klar, jeder hat sein Schicksal. Das will ich auch nicht bestreiten.

Aber bei mir war es auch immer so, bis ich 23 war, war die Welt in Ordnung. Dann fingen einige Dinge an sich zu ändern. Und ganz heftig war es dann die letzten Jahre. Der Großteil meiner Familie gestorben, der Rest hat sich "verflüchtigt" und lebt sein eigenes Leben. Also der Kontakt ist weitgehend nicht mehr vorhanden.

Nun ist es heute 2 Jahre her, dass meine Mutter gestorben ist. Und das hatte mir nach den vorherigen "Erfahrungen" den "Rest gegeben". Das hat mich nun lange Zeit sehr runter gezogen. Was ich erstaunlich fand. Denn gerade meiner Mutter habe ich oft die Meinung gesagt. Wenn mir etwas nicht passte. Und dies hatte ich dann nicht in einem "netten Ton" gesagt.

Aber es war auch nicht nur die Sache mit meiner Mutter. Auch die anderen zum Teil schwerwiegenden Ereignisse spielten dabei eine Rolle. Es kam immer etwas dazu. Und so änderte sich mein Leben innerhalb kurzer Zeit. Zum Teil sehr extrem. Und das nach über 40 Jahren. Ich hatte das immer auf den Tod meiner Mutter "geschoben", dass ich so niedergeschlagen war. Aber so war es offenbar nicht. Also nicht alleine. Auch die Todesfälle und Veränderungen in meiner Familie vorher waren ein Grund. Es summierte sich halt alles.

Warum schreibe ich das? Zum einen will ich mich bei einigen Leuten dafür entschuldigen, wenn ich etwas seltsam war die letzten Jahre. Denn das war ich sicher.

Zum anderen will ich den Leuten, die ähnliche Schicksalsschläge hatten, zeigen, dass das Leben weiter geht. Auch wenn es lange dauert, bis es wieder "normal" ist. Bei mir hat es nun lange gedauert. Ich wollte mich schon einige Male wieder "ändern". Aber es hat am Ende nie funktioniert. Nicht dauerhaft. Nur für wenige Tage.

Doch nun habe ich mir vorgenommen, dass der Todestag meiner Mutter mein Leben wieder ändern soll. Also alles auf "Null". Sicher habe ich in meinem Leben schon viel erreicht. Aber die letzten Jahre kam leider alles etwas ins Stocken.

Ich kann sicher nicht alles verändern an 2 Tagen. Das geht nicht. Also alles nach und nach. Mit Überlegung und Plan.

Und genau das ist der Punkt. Wer auch so was erlebt hat, und dessen Leben etwas durcheinander geraten ist, sollte sich einen Plan machen. Und zwar schriftlich.

WAS er ändern will und WIE er es ändern will. Das hatte ich auch schon einige Male begonnen. Aber dann doch wieder fallen lassen. Obwohl ich der Meinung bin, dies ist der beste Weg. Und dies werde ich nun auch umsetzen.

Ich weiß, auch andere haben ihre negativen Erlebnisse in ihrem Leben. Ich will jetzt auch nicht behaupten, nur mir geht es so "bescheiden". Anderen geht es auch nicht gut, die in ihrem Leben negative Dinge erlebt haben. Und wir müssen alle lernen, damit umzugehen und unser Leben weiter zu leben.

Ich denke mal, das sollte auch so sein. Trotz negativer Dinge, die man erlebt hat, muss das Leben weiter gehen. Gerade aufgrund der bisherigen "Erfahrungen" weiß ich, das Leben dauert nicht ewig. So wie ich das vielleicht als Kind gedacht habe.

Was ist das Fazit daraus? Man sollte das Leben genießen, solange es dauert. Wir wurden nicht gefragt, ob wir geboren werden wollen. Wir werden nicht gefragt, ob wir das Leben wieder beenden wollen. Es passiert einfach. Also machen wir "das Beste draus".

Das ist jetzt sicher leicht gesagt. Und es hört sich wie ein Hohn an für die Leute, die negative Dinge erlebt haben. Zumal es ja kein neuer Satz ist. Aber so ist es nun mal. Wir sollten etwas Gutes draus machen und das Leben genießen. Egal wie, egal mit wem. Man merkt zwar mit der Zeit, man kann sich auf gewisse Menschen nicht verlassen. Aber dann hakt man es einfach ab. Auch wenn viele Erinnerungen mit ihnen verbunden sind.

Aber man kann nicht immer in der Erinnerung leben. Man muss im "HEUTE" leben. Sich einen Plan machen, was man noch erreichen will, und WIE man diese Ziele noch erreichen will. Und dann nach diesem Plan leben. Mit der Vergangenheit abschließen, damit man offen ist für neue Dinge.

Für mich ist HEUTE dieser Tag da. Zwar habe ich in den letzten Tagen und Wochen schon daran "gearbeitet", damit abzuschließen. So bin ich dabei, Erinnerungsstücke wegzuwerfen. Damit ich nicht immer an die "gute alte Zeit" erinnert werde. Bei manchen Dingen fällt es mir schwer. Aber wenn sie weg sind, sind sie weg. Sozusagen "aus den Augen - aus dem Sinn". Und das ist in diesem Fall gut so.

Man sollte also nie in der Vergangenheit leben. Weder bei den Lebenden noch bei den Toten. Irgendwann ist eine Zeit vorbei. Egal wie. Dann sollte man sich nur noch um sein eigenes Leben kümmern.




Ich bin jedenfalls meinen Eltern dankbar dafür, dass sie mich so erzogen haben, wie sie es getan haben. Es war sicher nicht immer schön und ich hätte meine Eltern in meiner Kindheit oft "erschlagen" können. Aber so denkt wohl jedes Kind. :-)

Am Ende muss ich doch sagen, sie haben alles richtig gemacht. Oder sagen wir, weitgehend alles richtig gemacht. Wenn ich sehe was aus mir geworden ist, und was aus anderen geworden ist, finde ich mich schon sehr gut gelungen. Auch wenn ich viele Dinge immer gehasst habe. Aber heute bin ich froh, dass sie so waren wie sie waren. Zum Beispiel hab ich es immer gehasst, wenn ich als Kind meiner Mutter im Haushalt helfen musste. Als ich erwachsen war, war ich froh, dass ich es konnte.

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